22.11.17 11:05

Rückblick November: Breitband@Mittelstand

 

Cobots aus dem Käfig gelassen:

Technologie-Netzwerke geben Ausblick auf digitale und vernetzte Unternehmenswelt von morgen

Über den Stand des Breitbandausbaus und die weitere technische Entwicklung im Zeitalter
der Digitalisierung informierten sich gut 30 Unternehmen auf Einladung der
Technologie-Netzwerke der Region Fulda - Zeitsprung IT-Forum Fulda e.V. und Engineering-High- Tech-Cluster Fulda e.V. - im 3G-Kompetenzzentrum Fulda.

Zeitsprungvorsitzender Simon Weber und Christian Vey, Clustermanager des Engineering-
High-Tech- Clusters begrüßten die Teilnehmer zum Fachforum „Breitband @ Mittelstand –
Chancen der Digitalisierung nutzen“.

 

Auf die erfolgreichen Initiativen der Region Fulda zum Ausbau des Breitbandnetzes ging Wirtschaftsförderer Christoph Burkard, Geschäftsführer der Region Fulda GmbH, in seinem Grußwort ein. Erst die Entscheidung des Landkreises Fulda, das Glasfasernetz mit der damaligen ÜWAG auszubauen, habe die Ausbauanstrengungen der Telekom beflügelt. Unter dem Strich zähle das positive Ergebnis der Region, die mit einer Abdeckung von 76 Prozent der Haushalte mit mehr als 50 Mbit Bandbreite als ländliche Region sehr gut abschneide. Darauf, dass diese statistischen Durchschnittswerte bei einer Aufgliederung in städtische und ländliche Bereiche immer noch eine deutliche Unterversorgung bedeute, wies Verena Scharf vom Breitbandbüro des Bundes hin. Denn 91,6 Prozent Abdeckung in den Städten stünden in Hessen lediglich 32,8 Prozent Abdeckung in der Fläche gegenüber. Der Landkreis Fulda übernehme mit dem im Frühjahr gestarteten Ausbau der weißen Flecken bundesweit eine Vorreiterrolle ein.

 

In der Diskussion mit den Teilnehmern zeigte sich, dass die 50 Mbit-Marke längst nicht ausreiche. Das Ziel müsse eine flächendeckende Grundversorgung insbesondere auch der Gewerbegebiete mit Gigabit-Übertragungsraten sein. Dass von den 50 Mbit schon bei 10 gleichzeitigen Telefongesprächen über das Internet annähernd die Hälfte der Bandbreite
verbraucht werde, erläutert Uwe Bergmann, Geschäftsführer des IT-Dienstleisters Nethinks, in seinem Vortrag zur bevorstehenden Abschaltung der ISDN-Technik „Die Telefonie über IP erfordert weitere Bandbreiten“. Über den genauen Zeitpunkt der eigentlich für das kommende Jahr geplanten Abschaltung durch die Telekom konnte Bergmann keine Auskunft geben. Er vermutet jedoch, dass sich der Prozess noch hinzieht. Dennoch sollten sich die Unternehmen mit den Vorteilen der IP-Telefonie beschäftigen und sich so auf den Wechsel vorbereiten.

 

Cobots nennt man die Symbiose zwischen Roboter und Mitarbeitern in der Industrie. Anders als die Tonnen schweren Kolosse, die aus Sicherheitsgründen hinter Gittern in Käfigen gehalten werden, arbeiten die zahmen und filigranen „Kleinroboter“ mit den Menschen Hand in Hand. Ein solch gezähmtes Exemplar führte Peter van den Tol, geschäftsführender Gesellschafter der Peter Bash Industry 4.0 GmbH aus Hettenhausen, vor. Der Automatisierungstechniker beschäftigt sich nicht nur mit Robotern und IT, sondern macht auch alte Maschinen fit für das Industrie 4.0 – Zeitalter. Er modernisiert und optimiert alle Marken von Holz- und Metallbearbeitungsmaschinen. 400 Gebrauchtmaschinen und mehr als 160.000 Einzelteile halte er an vier Standorten in der Region Fulda vor.

 

Die am Arbeitsplatz mitarbeitenden Roboter sind beispielhafte Kennzeichen für die Anforderungen in der Arbeit 4.0, die Christopher Stockinger vom Mittelstands 4.0 Kompetenzzentrum aus Darmstadt vorstellte. Er betonte, dass Jobs, für die ein höheres Bildungsniveau notwendig seien und kreative Jobs eher weniger automatisiert werden könnten. Generell würden in der Produktion ausführende Tätigkeiten abnehmen. Die Industriemitarbeiter würden künftig mehr planen, überwachen, entscheiden und Probleme lösen. Die Arbeitsplätze der Zukunft seien ergonomischer und flexibler. Zum Teil selbstlernende Assistenzsysteme würden dem Menschen die Arbeit erleichtern. Eher noch Zukunftsmusik seien Augmented Reality Systeme in der Logistik. Die entsprechenden Datenbrillen seien zwar schon verfügbar, aber teilweise zu schwer und unhandlich.

 

In handliche Häppchen verpackt liefern die beiden Technologiecluster im kommenden Jahr zwei Highlights. Darauf wiesen die Clustermanager Christian Vey und Petra Koch abschließend hin. Am 13. April 2018 veranstaltet das Engineering-High- Tech-Cluster im 3G- Kompetenzzentrum das Engineering-Forum- Fulda zum Thema Produktion 4.0. Und am 7. und 8. Juni 2018 folgt die IT-Fachmesse fibit´18 von Zeitsprung IT-Forum Fulda auf dem Campus der Hochschule Fulda.

 

Bildunterschriften:
Gruppe: Referenten und Veranstalter von links nach rechts: Petra Koch (Zeitsprung), Winfried Uth (3G-Kompetenzzentrum), Martina Tezina (Peter Bash Industry 4.0 GmbH), Christoph Burkard (Region Fulda GmbH), Peter van den Tol (Peter Bash Industry 4.0 GmbH), Christopher Stockinger (TU Darmstadt), Uwe Bergmann (Nethinks GmbH), Verena Scharf (Bundesbreitbandbüro), Christian Vey (EH-Cluster), Dr. Michael Fladung (Breitbandbeauftragter des Landes Hessen).
Foto: Christian Reinhardt, Reinhardt Bildkommunikation

Referenten: Die Referenten des Abends von links: Peter van den Tol (Peter Bash Industry 4.0 GmbH), Christopher Stockinger (TU Darmstadt), Verena Scharf (Bundesbreitbandbüro) und Uwe Bergmann (Nethinks GmbH)

Peter van den Tol (Peter Bash Industry 4.0 GmbH) stellte seinen mitarbeitenden Roboter vor.
Foto Christian Reinhardt, Reinhardt Bildkommunikation

Verena Scharf (Bundesbreitbanbüro) gab einen Überblick über die Breitbandversorgung.
Foto: Christian Reinhardt, Reinhardt Bildkommunikation


Clustermanager Christian Vey (EH-Cluster) führte durch das Programm

 

Christoph Burkard, Geschäftsführer der Region Fulda GmbH, betonte den Stellenwert des
Breitbandausbaus für die Wirtschaftsförderung

 

Uwe Bergmann (Nethinks GmbH) sprach über das Ende von ISDN.

 

Christopher Stockinger von der TU Darmstadt gab einen Einblick in die Arbeitswelt 4.0.
Foto: Michael Kiel, Region Fulda GmbH


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