Pandemie als Nährboden für Cybercrime

Regionaler IT- Verein setzt sich für Cybersicherheit ein

Kurz nach dem Safer Internet Day am 09. Februar widmete sich der in Fulda ansässige gemeinnützige IT-Verein Zeitsprung dem Thema Cybercrime und der aktuellen Gefahrenlage für Unternehmen, wie auch für Privatpersonen. Damit erklärt der in Fulda ansässige gemeinnützige IT- Verein Zeitsprung den gesamten Monat Februar zum Monat der Internetsicherheit.

Zu diesem Zweck fand am vergangenen Donnerstag ein offenes Online- Event mit Cybercrime Berater des Polizeipräsidiums Osthessen Johannes Bittner statt. „IT – Sicherheitbedeutet nicht Informationssicherheit.“, so der Cyber-Experte des Polizeipräsidiums. Bittner gab einen Überblick über Cyberkriminalität und klärte sein Publikum über Phänomenologie, Deepfakes, Penetrationstests, Red TeamAssessments sowie die Aufgaben und Beratungsmöglichkeiten der Polizei auf. Laut Bittner stellt der Waren- und Warenkreditbetrug mit rund 70 Prozent den größten Posten in der Internetkriminalitätim Jahr 2019 dar.

Cyberangriffe geschehen jederzeit und in allen Bereichen des Lebens, resümierte der Experte für Cybersicherheit während des Fachvortrages. Zur Veranschaulichung der Gefahren zog der Berater reale Fälle heran, wie zum Beispiel der Cyberangriff auf das Universitätsklinikum Düsseldorf im September 2020 bei dem die digitale Infrastruktur angegriffenwurde und das Klinikum gezwungen war seine Kapazitäten herunterzufahren. Bittner zählte weitere Fälle für jeden Monat des Jahres 2019 auf, wie der Spionageversuch verschiedener DAX- Unternehmen mit der Malware Winnti im April und die Verschlüsselung von Daten durch die Ransomware GermanWiper im August, die trotz Lösegeldzahlungen nicht mehr zu gebrauchen waren.

Im Zusammenhang mit der Covid- 19 – Pandemie wies Bittner darauf hin, dass das Ausweichen auf die digitale Welt ein perfekter Nährboden für Cyberkriminelle sei und zitierte damit die „Sonderauswertung Cybercrime in Zeiten der Corona -Pandemie“ des BKA, welche zum Nachlesen für alle Personen auf der Seite des Bundeskriminalamtszur Verfügung steht.

Im Anschluss des Fachvortrages nutzten die Gäste die Gelegenheit dem Experten Fragen zu stellen. Auf die Frage, was Unternehmen tun können, um sich zu schützen, antwortete Johannes Bittner: „Ein Geschäftsführer muss wenigstens Grundkenntnisse haben.Es sollte n regelmäßig Risikobewertungen stattfinden umda s Schutzniveauvon defensiven Maßnahmen weiter zu entwickeln, um dasUnternehme nnach einem Angriffso schnell wie möglich wieder in einen Normalzustandbringen zu können. Zudem braucht man das nötige Fachwissenum eine Implementation, Überwachung und Wartung von Technologien im Bereich derCybersicherheitgewährleisten zu können. Damit überhaupt eine effektive Cyber-Resilienz aufgebaut werden kann, sollte IT-Sicherheit als einlangfristiger Prozess und nicht als einmalige Investition verstanden werden , so dass im Falle eines Angriffs der Geschäftsbetrieb eines Unternehmens gesichert bleibt .

„Wir haben viele Mitglieder, die in diesem Bereich tätig sind. Melden Sie sich einfach bei uns.“, so Petra Koch, Vorstandsmitglied des Zeitsprung IT- Forum Fulda.

Weitere Unterstützung und Informationen zum Thema digitale Risiken und Empfehlungen, wie zum Beispiel BSI zertifizierte Herstellerlisten, können Bürgerinnen und Bürger sowie auch Unternehmen auf den Seiten des BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) finden.

Das nächste Online- Event des IT- Vereins Zeitsprung, zum Thema „IT- Sicherheit und Datenschutz im Home – Office“, findet am 25. Februar statt. Am 11. März geht es dann mit dem Thema „5G | ​Digitalisierung greifbar machen“ weiter. Interessierte können sich kostenfrei über zeitsprung.org/aktuell/ anmelden.